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Spolchemie feiert ihr 165-Jähriges Bestehen

13. 2. 2021

Mitte Februar feiern wir ein bedeutendes und schwer vorstellbares Jubiläum: unseren 165. Geburtstag. Am 13. Februar 1856 wurde die Firma SPOLCHEMIE - Vereinigung für chemische und metallurgische Produktion gegründet - damals noch unter deutschem Namen. Entscheidungsgebend war hierbei das Eröffnungstreffen der Gründerväter im Wiener Palast des Fürsten Schwarzenberg unter Anwesenheit von Persönlichkeiten der österreichisch-ungarischen Aristokratie und führender Geschäftsleute. Sie wurden von Christian Gustav Clemm angesprochen und mit ehrgeizigen Plänen zur Gründung eines großen Chemieunternehmens konfrontiert. Zum Vergleich: Erst sieben Jahre später wurde der Chemiekonzern Bayer gegründet. Heute gehört Spolchemie damit zur Elitegruppe der am längsten kontinuierlich tätigen Chemiebetriebe der Welt und zu Recht auch zum Goldschatz der tschechischen Industrie.


Dank seiner attraktiven Lage in der Nähe von Rohstoffquellen war der Sitz des Unternehmens von Anfang an die Stadt "Ústí nad Labem", in der innerhalb weniger Jahre Betriebsstätten für anorganische Chemie ihre Produktion aufnahmen. Das Wort "metallurgisch", welches aufgrund eines erwarteten Buntmetall-Abbaus im nahe gelegenen Erzgebirge in den Firmennamen aufgenommen wurde - blieb in demselben als stiller Zeuge einer Idee erhalten, die sich schlussendlich nicht bestätigt - denn mit der Metallurgie haben wir uns tatsächlich nie beschäftigt. Trotz dessen waren wir Ende des 19. Jahrhunderts im damaligen Österreich-Ungarn der größte und im europäischen Kontext einer der wichtigsten Chemiebetriebe.

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Tschechoslowakei begann in der Zusammensetzung der Aktionäre das Kapital des Bankhauses Živnobanka zu dominieren. In den 1920er und insbesondere in den 1930er Jahren hat unser Unternehmen seine Konzernstruktur verzweigt und praktisch die gesamte tschechische chemische Industrie verkörpert. Wir an der Genese der vieler noch heute erfolgreicher Unternehmen beteiligt - ob Synthesia Pardubice, Spolana Neratovice, Chemiefabrik Sokolov, Tonaso Neštěmice, Novácke Chemiefabrik in der Slowakei und andere. Der Mutterbetrieb in Ústí nad Labem war von Anfang an in erster Linie für die Herstellung anorganischer Produkte konzipiert. Um die Jahrhundertwende wurden hier organische Farbstoffe und Halbzeuge ins Programm aufgenommen, die vielfältige und anspruchsvolle organische Technologien und Methoden repräsentieren. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1945 löste sich die Gruppenstruktur auf und die ehemals weittragende Marktposition verlor im Laufe der Jahre an internationaler Bedeutung, wobei in einigen Tätigkeitsfeldern eine grundlegende Wichtigkeit innerhalb des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe - einer Wirtschaftsorganisation des Ostblocks - erhalten blieb.

In den 1950er Jahren haben wir mit der Entwicklung und Herstellung von Kunstharzen begonnen, und Epoxidharze sind auch heute noch einer der Hauptpfeiler unserer gegenwärtigen Produktion. Ende des Jahres 1990 wurde das Unternehmen wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, das Produktportfolio enthält zu dieser Zeit mehr als 500 verschiedene Produkte von Farbstoffen bis hin zu Kosmetika. Diese Vielfalt muss jedoch - wie das Unternehmen selbst - in den kommenden Jahren erheblich umstrukturiert werden und sich zunehmend auf Chemieartikel mit höherem Mehrwert konzentrieren, der auch auf den anspruchsvollsten Märkten weltweit erfolgreich sein kann. Damit sind wir bis heute erfolgreich.

Das bis dato letzte erfolgreiche Kapitel unserer modernen Geschichte schrieben wir im Jahr 2020, als wir uns der Kaprain Investment Group anschlossen. Dies ermöglicht uns nicht nur eine rasantere Weiterentwicklung, sondern hilft uns insbesondere dabei, alle neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen. SPOLCHEMIE ist derzeit als bedeutender tschechischer Exporteur (wir exportieren in Dutzende von Ländern auf fünf Kontinenten) einer der führenden europäischen Hersteller von synthetischen Epoxidharzen und anorganischer Chemieprodukte  und einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. 

Im Gegensatz zu früheren Produktionsmethoden legen wir heute einen grundlegenden Schwerpunkt auf Ökologie und Nachhaltigkeit - das Firmenareal ähnelt schon lange nicht mehr einer Ansammlung qualmender Fabrikschlöte wie aus der "Stählernen Stadt". Milliardenschwere Investitionen in umweltfreundliche Betriebe (so z.B. die moderne ökologische Membranelektrolyse), grundlegende Reduktion von Emissionen, Abfall und Umweltverschmutzung sehen wir heutzutage als unsere klare Pflicht und Verantwortung an. Schlussendlich helfen unsere Produkte auch bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung - so z.B. Komponenten für Windkraftanlagen und die Automobilindustrie oder ein neues Projekt, das wesentlich zur Bekämpfung der Entstehung sogenannter Treibhausgase beitragen kann.