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Gagarin sah den Erdball durch einen Saphir von Spolchemie

12.04.2021

"Ich blicke durch das Schauglas und sehe unsere Erde. Alles ist gut unterscheidbar. Ich sehe Flüsse, Geländeunregelmäßigkeiten. Die Sicht ist gut. Im Schauglas ist alles wunderbar sichtbar. Die Sicht ist großartig, wunderschön ", berichtete Yuri Gagarin vor genau sechzig Jahren, nachdem sein Raumschiff Wostok 1 seine vordere aerodynamische Hülle fallen ließ und einen Blick auf seinen Heimatplaneten zeigte.

Vorrangstellung bei der Eroberung des Weltraums durch den Menschen am 12. April 1961 hält die Sowjetunion. Wahrscheinlich hat jedoch auch die damalige Tschechoslowakei einen kleinen Teil daran, dank unserer Chemiker aus der Spolchemie, die in der Lage waren, die reinsten und größten künstlichen Saphirscheiben im damaligen sozialistischen Block herzustellen - ideal für die Fenster in Gagarins Rakete Wostok I.

Experten des Regionalmuseums in Ústí nad Labem haben nun ernsthaft damit begonnen, sich mit dieser Legende auseinanderzusetzen, die in unserem Unternehmen seit vielen Jahrzehnten nur mündlich weitergegeben wird. Obwohl hierzu im Firmenarchiv aufgrund einer möglicherweise hohen Geheimhaltung keinerlei Dokumente gefunden wurden, halten die hiesigen Historiker diese Informationen für sehr wahrscheinlich.

"Als ich 1978 als frischgebackener Absolvent in das Forschungslabor für Monokristalle von Spolchemie eintrat, erzählten mir ältere Kollegen von der geheimen Herstellung jener Saphire aus den 1950er Jahren für die sowjetische Waffen- und Raketenindustrie, einschließlich der Geschichte von Wostok." kommentierte unser im Ruhestand befindlicher ehemaliger Forscher Zdeněk Rytíř die Legende.

Die Experimente mit künstlichen Saphiren begannen bei uns bereits zu Kriegszeiten und schon 1947 begann in Spolchemie die Serienproduktion nach dem Schweizer Patent und der Verneuil-Methode. Gleichzeitig betrieben wir ein Forschungszentrum zur Verfahrensverbesserung und erzielten alsbald außerordentliche Erfolge.

Zwischen 1960 und 1961 wurden gleichzeitig fünf Probekörper der Kapsel Wostok I gen Himmel geschickt, um den ersten bemannten Flug ins All vorzubereiten. "Sie hatte drei Fenster mit einem Durchmesser von etwa zehn Zentimetern, und gewöhnliches Glas würde der extremen Belastung beim Start und bei der Landung nicht standhalten - im Gegensatz zum extrem harten künstlichen Korund, also Saphir. Ein normales Stück sieht aus wie ein Zylinder mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern an der stärksten Stelle. Zu dieser Zeit fand Spolchemie jedoch eine originelle Lösung. Bis heute sind in Spolchemie mehrere Versuchsprodukte dieses Typs erhalten geblieben.

Leider mussten wir aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion von synthetischem Korund im Jahr 2015 einstellen. Im Jahr 2010 erreichte unsere Produktion 75 Tonnen pro Jahr in einer Qualität, die weltweit keine Konkurrenz hatte. Chinesische Hersteller konterten jedoch mit dreimal niedrigeren Preisen, und der Absatz unseres künstlichen Korunds ging praktisch gegen Null.

Nach 1989 wurde unser künstlicher Korund auch im amerikanischen Raumfahrtprogramm verwendet. Er wurde auch zur Herstellung von kugelsicherem Glas, in der Optik (einschließlich Militär), LED-Beleuchtung und in der Schmuckherstellung verwendet. So ist unser Produkt zum Beispiel in verschiedenen Farbvarianten auf einer Kopie der tschechischen Kronjuwelen zu finden. Historiker werden weiterhin nach Beweisen für unsere "regionale Weltraumlegende" suchen. "Wir bezweifeln, dass wir in den tschechischen Archiven ein direktes Dokument finden werden. Es handelte sich um eine streng geheime Angelegenheit, weswegen nicht einmal unsere offiziellen Behörden über den genauen Zweck der Verwendung der tschechischen Korundforschung informiert wurden. Wir werden uns deshalb mit unseren Fragen nach Russland wenden", bemerkte der Direktor des hiesigen Museums, Václav Houfek.

 Der künstliche (aber auch der natürliche) Mineralkorund ist gleich nach dem Diamanten die härteste bekannte Substanz. Die Bezeichnung Saphir wird für seine verschiedenen Farbvarianten verwendet (Rot zum Beispiel für den Rubin).

 

 

Werfen Sie einen Blick in die Galerie, um sich Bilder aus dem nicht mehr existierenden Betrieb und einige Beispiele für die damalige Herstellung künstlicher Saphire anzusehen.


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